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Release

The Best of The Cutting Edge 1965-1966: The Bootleg Series, Vol. 12 Bob Dylan

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Teil Zwölf der unverzichtbaren "Bootleg Series" zeigt Bob Dylan auf dem Zenit. "The Best Of The Cutting Edge 1965-1966" ist ein furioses Stück Musikgeschichte.

Was würden richtige Musik-Nerds als erstes mit einer Zeitmaschine anfangen? Zu den Beatles in den Star Club reisen? Mit den Stones auf US-Tour feiern? Wohl doch am ehesten mit Bob Dylan im Studio stehen. Miterleben, wie er arbeitete, wie er dachte, wie er tickte. "The Best Of The Cutting Edge 1965-1966: The Bootleg Series, Vol. 12" kommt dem so nah wie nichts anderes. Wieder ist es, als würde man Dylan in jener prägenden und wegweisenden Zeit Mitte der 60er über die Schulter schauen, als würde man Einblick erhalten in diesen rastlosen und beispiellos genialen Geist. Einmal mehr wird offenbar, wie sehr Dylan zwischen verschiedenen Stilistiken hin- und hersprang, wie er Nummern munter vom stampfenden Rock-Kracher in eine sentimentale Folk-Ballade verwandelte, es sich wieder anders überlegte und ein wenig Nashville-Feuer injizierte. "Mr. Tambourine Man" findet sich hier als Fassung mit kompletter Band, flott, treibend, wird aber mittendrin abgebrochen. Oder "Desolation Row", hier nur von Dylan am Piano intoniert und zusätzlich von einem Kontrabass gestreichelt. Mehr als für alles andere steht diese Veröffentlichung für die unerreichte Kreativität und Vielseitigkeit, die den damals 25-jährigen Musiker erstmals als den kompromisslos-künstlerischen Titan etablierten, der er bis heute geblieben ist.

Björn Springorum | 9. Nov 2015
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