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Artist

Arcade Fire

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Biographie

Arcade Fire ist eine 2002 gegründete kanadische Indie-Rockband aus Montreal in Québec. Das Ehepaar Win Butler und Régine Chassagne steht im Mittelpunkt, weitere Bandmitglieder sind Richard Parry, Tim Kingsbury, Will Butler, Sarah Neufeld und Jeremy Gara. Bei der Aufnahme der EP Arcade Fire und der LP Funeral sowie bei zahlreichen Liveauftritten hat auch Owen Pallett als Violinist teilgenommen. Bei den Aufnahmen für das Debütalbum Funeral spielte Howard Bilerman Schlagzeug, der nicht mehr Mitglied der Band ist.

Die Band erhielt zahlreiche Preise für ihre Musik, darunter einen Grammy für ihr drittes Album The Suburbs als bestes Album des Jahres 2011 sowie einen BRIT Award für das beste internationale Album.

Win Butler zog im Jahr 2000 von Texas über New York nach Montreal, wo er auf der Suche nach Musikern für seine Band Régine Chassagne kennenlernte, deren Familie aus ihrer Heimat Haiti vor dem Duvalier-Régime nach Montreal geflohen war und die in ihrer Kindheit und Jugend eine Vielzahl an Musikinstrumenten erlernt hatte.

Nach und nach scharte Butler die anderen heutigen Mitglieder der Band um sich, und im Jahr 2003 veröffentlichten Arcade Fire ihre gleichnamige EP. Der Name Arcade Fire entstammt angeblich einer Kindheitserinnerung von Win Butler. Ein Mitschüler soll ihn mit einer Geschichte von einem schrecklichen Brand in einer Videospielhalle verängstigt haben. Will Butler, der zur Zeit der EP-Aufnahme noch minderjährige Bruder von Win Butler, folgte seinem Bruder nach Kanada, wurde aber später zur Rückkehr in die USA gezwungen, um seiner Schulpflicht nachzukommen, so dass er bei den Aufnahmen für Funeral nicht dabei sein konnte und durch Howard Bilerman vertreten wurde.

Das erste Album von Arcade Fire, Funeral (engl. für Begräbnis), erschien im September 2004. Die Bandmitglieder haben dem bereits fertigen Album den Titel gegeben, weil kurz hintereinander mehrere ihrer Familienangehörigen gestorben waren. Der Name steht also nicht in direkter Verbindung zu der Musik des Albums. Dennoch ist Familie ein zentrales Thema der Lieder auf dem Album. In dem Song Haïti beispielsweise setzt sich Régine Chassagne mit ihrer Heimat auseinander, aus der ihre Familie kurz nach ihrer Geburt flüchten musste. Funeral wurde im Jahr 2005 mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet und 2006 für einen Grammy-Award für das beste Alternative-Album nominiert.

Der Nachfolger von Funeral trägt den Titel Neon Bible und wurde am 2. März 2007 in Deutschland auf dem Label City Slang veröffentlicht und stieg in die Top 20 der deutschen Musikcharts ein. Bei den 50th Annual Grammy Awards wurde Neon Bible in der Kategorie Best Alternative Music Album nominiert, konnte sich aber nicht gegen das Album Icky Thump der White Stripes durchsetzen.

Im Frühjahr 2010 Jahres gaben Arcade Fire bekannt, dass sie ein neues Album mit dem Titel The Suburbs veröffentlichen werden. Es erschien am 2. August in Großbritannien und am 3. August in den USA. In Deutschland erschien das Album bereits exklusiv am 30. Juli auf dem Label City Slang. Thematisch widmen sich Arcade Fire im Konzeptalbum The Suburbs dem Leben in den Vorstädten. Win Butler, der in Woodlands – einem Vorort von Houston – aufwuchs, wurde durch das Bild eines alten Freundes aus der vorstädtischen Heimat zum gleichnamigen Song The Suburbs inspiriert, aus dem letztendlich ein ganzes Album mit gleichem Titel wurde. The Suburbs ist jedoch weniger eine Reise in die Jugend des Sängers als vielmehr der Versuch, eine jugendliche Seele zu ergründen, die vom Verlust der Unschuld und vom Kampf um Aufrichtigkeit erzählt. Das Album wurde 2011 mit einem Grammy in der Kategorie Bestes Album des Jahres ausgezeichnet und dem BRIT Award für das beste internationale Album.

Für den 2012 erschienenen Soundtrack zum Film Die Tribute von Panem – The Hunger Games komponierten Arcade Fire den Song Abraham's Daughter. Die Band komponierte auch die fiktive Nationalhymne von Panem (Horn of Plenty).

Im August 2013 veröffentlichte die Band die Single Reflektor; Regie des dazugehörigen Musikvideos führte Anton Corbijn, einen Gastauftritt im Refrain hatte David Bowie. Im Oktober 2013 erschien das gleichnamige, vierte Album Reflektor. Zur viralen Promotion spielten Arcade Fire unmittelbar nach der Veröffentlichung unter dem Namen The Reflektors einige Clubkonzerte in ausgewählten Städten weltweit. Am 11. Dezember wurden die Tourdaten für das Jahr 2014 veröffentlicht. Insgesamt wurden 59 Konzerte angekündigt, darunter auch zwei Headlinershows in Deutschland. Die Produktion von Reflektor wurde im Film The Reflektor Tapes festgehalten. Dieser lief im September 2015 in ausgewählten Kinos.

Nach Aussage der Band befinden sich Arcade Fire seit Herbst 2015 im Studio um an einem neuen Album zu arbeiten. Die Veröffentlichung ist laut Interview-Aussagen von WIll Butler für Frühjahr 2017 angedacht. Am 5. Juli 2016 spielte die Band in einem Club in Barcelona ihr erstes Konzert seit zwei Jahren. Es diente zur Vorbereitung ihrer diesjährigen Festival-Tour, die sie neben Spanien durch Portugal, USA und Kanada führte.

Am 19. Januar 2017 veröffentlichte die Band, zusammen mit der Soulsängerin Mavis Staples, bei Tidal die Single I Give You Power. Kurz danach war der Titel bei allen gängigen Musikportalen erhältlich.

Im Juni werden Arcade Fire ihre neue Welttournee starten. Es sind zunächst Konzerte und Festivalauftritte in Europa und Nordamerika geplant, bei denen sie ihr neues Album präsentieren werden.

Der grundsätzliche Stil der Band ist geprägt von Elementen aus Indie-Rock, Artrock und Folk; trotzdem stehen in einzelnen Songs auch für diese Genres eigentlich eher unübliche Instrumente wie Kirchenorgel, Akkordeon oder Bläser im Vordergrund. Der „leicht hysterische und herzzerreißende Gesang Win Butlers“ (laut.de) wird oftmals durch Backgroundchöre oder die Stimme von Régine Chassagne ergänzt. Die meisten Lieder von Arcade Fire sind auf Englisch gesungen, es gibt jedoch auch einige französische gesungene Passagen, etwa in Une Année Sans Lumière vom Debütalbum Funeral oder Black Mirror von Neon Bible.

Timeline