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Artist

Joy Division

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Biographie

Joy Division war eine Post-Punk-Band aus Manchester, die von Peter Hook und Bernard Sumner im Jahr 1976 gegründet wurde. Die Band wurde zu ihrem ersten Konzert als Stiff Kittens angekündigt, war zeitweise als Warsaw aktiv und benannte sich 1978 in Joy Division um. Die Band gilt als einer der frühen Protagonisten des Post-Punk und Bezugspunkt für nachfolgende Entwicklungen, besonders im Pop, Rock und Metal. Ebenso gilt sie als direkter Wegbereiter der Genres Dark Wave und Gothic Rock, denen die Band zeitweise zugeordnet wird. Nach dem Suizid des Sängers Ian Curtis lösten sich Joy Division auf und formierten sich 1980 neu als New Order.

1976 gründeten Peter Hook, Bernard Sumner und Terry Mason, nach dem Besuch eines Sex-Pistols-Konzerts in Manchester 1976, eine Band, die zu Beginn noch ohne Namen blieb. Sumner ließ zur Gründung verlauten, dass für ihn die Sex Pistols den Mythos des Popstars als eine Art von anzubetendem Gott demontiert hätten. Weihnachten 1975 hatte er eine Gitarre von seinen Eltern geschenkt bekommen, und Peter Hook bot sich als Bassist an. In ihrer ersten Besetzung probte die Band mit Terry Mason als Sänger, der nach den ersten Proben jedoch zur Rhythmusgitarre und dann an das Schlagzeug wechselte. Per Anzeige am schwarzen Brett des lokalen Virgin-Records-Stores suchte die Band erfolglos nach einem neuen möglichen Sänger. Zunächst wurden Freunde und Bekannte für die vakante Position ausprobiert, die Suche scheiterte aber weiterhin. Unterdessen wurde Terry Mason aufgrund mangelnden Talents auch als Schlagzeuger entlassen und vorerst als Manager eingesetzt. So bestand Joy Division vorübergehend ausschließlich aus Sumner und Hook und verschliss in den folgenden Wochen diverse potentielle Drummer.

Bald darauf trat Ian Curtis der Band bei. Peter Hook zufolge begegneten sich die Bandmitglieder und Ian Curtis in dieser Phase einige Male, sprachen aber nicht oder nur sehr wenig miteinander. Beim dritten Manchester-Konzert der Sex Pistols, im Dezember 1976, änderte sich jedoch der Kontakt. Sumner und Hook wurden durch das neon-orangene Tag Hate auf Ian Curtis Jacke auf ihn aufmerksam und eine lose Freundschaft entstand. Ian Curtis hatte zu diesem Zeitpunkt bereits selbst eine Band gegründet und probte mit dem Schlagzeuger Martin Jackson, der später zu den Gründungsmitgliedern von Magazine gehören sollte, dem Gitarristen Iain Gray, einem engen Freund, sowie mit dem späteren Morrissey-Bassisten Richard Kedzior unter dem Namen Wild Ram. Nachdem die Band zerfiel, trat er dem Projekt, aus dem Joy Division werden sollte, bei. Die genauen Umstände des Bandeinstiegs sind nicht eindeutig nachvollziehbar. Entweder meldete er sich auf eine weitere Anzeige bei Virgin Records oder der Beitritt ergab sich aus einem direkten Gespräch zwischen Curtis, Hook und Sumner beim vierten und letzten Manchester-Konzert der Sex Pistols am 19. Dezember 1976.

In dieser Konstellation und weiterhin ohne Schlagzeuger bot Pete Shelley von den Buzzcocks Hook und Sumner an, im Vorprogramm eines Konzerts der Buzzcocks mit der Band Penetration am 29. Mai 1977 im Electric Circus zu spielen. Die Musiker sagten zu und staffierten sich neu aus, um ihren Wiedererkennungswert zu erhöhen. Peter Hook besorgte sich ein Plastikkäppi, deutsche Militärstiefel und ließ sich einen Oberlippenbart wachsen, Sumner Pfadfinderkleidung. Die Band suchte inzwischen auch verstärkt nach einem neuen Schlagzeuger, den sie in John ‘Tony’ Tabac einen oder zwei Abende vor dem Konzert fanden. Etwa zeitgleich erfolgte die Umbenennung der Stiff Kittens in Warsaw. Plakate und Flugblätter für das Konzert wurden vom Buzzcocks-Manager Richard Boon dennoch unter Aufführung des alten Namens gedruckt, was zu nachhaltigen Spannungen zwischen Warsaw und den Buzzcocks führte. Ian Curtis eröffnete den Abend mit der Ansage „Wir sind nicht die Stiff Kittens. Wir sind Warsaw.“ (Ian Curtis nach Peter Hook) Das Konzert wurde von Paul Morley im NME besprochen, der einen positiven Eindruck vermittelte. Zwei Tage später spielte die Band, dieses Mal richtig als Warsaw angekündigt, als Vorband von den Heartbreakers.

Im weiteren Verlauf des Jahres 1977 spielten Warsaw eine Reihe von Konzerten, bei denen sie zum Teil als Eröffnungsakt renommierter Bands auftraten. Einige dieser Auftritte verdankten sie, dem Musikjournalisten Dave Thompson zufolge, ihrem späteren Produzenten Martin Hannett, der 1977 an der Booking-Agentur Music Force beteiligt war. Er soll, so Thompson, Warsaw bei ihrem ersten Konzert gesehen haben und sei von ihnen angetan gewesen. Nach Hook sah Martin Hannett Warsaw allerdings erst am 7. Oktober 1977 bei ihrem Auftritt am Salford College of Technology. Das Jahr bestritt Warsaw unter anderem mit Auftritten mit den Drones, The Fall, The Negative, Generation X, The Worst, den Adverts und Slaughter & the Dogs. Der zweite Auftritt im Squads am 25. Juni 1977 mit The Worst wurde von Tony Moon im Sounds positiv besprochen. Kurz nach diesem Auftritt wurde Tony Tabac wegen Drogendelikten verhaftet und Warsaw blieben erneut ohne Schlagzeuger zurück. Fünf Tage später übernahm Steve Brotherdale die Position des Drummers, konnte sich aber nicht in das soziale Gefüge der Band einfinden. Brotherdale besetzte die Position, bis er Ende August von Rob Gretton für The Panik abgeworben wurde.

Zum Teil wurden Warsaws Konzerte von Ausschreitungen begleitet. Der erste Auftritt, der eskalierte, war ein Konzert am 30. Juni 1977 im Rafters in Manchester, bei dem ein betrunkener Ian Curtis das Mobiliar des Lokals zerschlug und sich in Scherben auf dem Boden wälzte. Hook interpretierte den Ausbruch später als eine Reminiszenz an den, von Ian Curtis verehrten, Iggy Pop. Weitere Ausschreitungen wurden durch lokale Rivalitäten der Bands und ihrer Freundes- und Fankreise begründet.

Warsaw spielten vornehmlich in Manchester und verdienten kaum an ihren Auftritten. Aus diesem Grund wurde, zu der Zeit noch mit Steve Brotherdale, am 18. Juli 1977 ein erstes Demoband in den Pennine Sound Studios eingespielt, um die Band bei Konzertveranstaltern in anderen Städten zu promoten. Das Demo enthielt die Stücke Inside the Line, Gutz for Garters, At a Later Date, The Kill und You’re No Good for Me. The Kill und Inside the Line wurden von Ian Curtis geschrieben, die anderen drei Stücke von Peter Hook. Terry Mason kopierte die Demobänder, indem er zwei Kassettenrekorder einander gegenüberstellte und nahm auf diese Weise auch Hintergrundgeräusche aus dem laufenden Fernsehprogramm und Fragmente aus Unterhaltungen mit seiner Mutter auf. Als Reaktion auf das derart gestörte Band wurde die Gruppe von den angeschriebenen Konzertveranstaltern rundum abgelehnt. Erst als Hook und Sumner das Demoband kontrollierten, fiel die mangelhafte Überspielung auf, Mason wurde als Manager entlassen und zum Roadie ernannt. Danach teilten sich die Musiker die Aufgaben des Managements vorerst. Es wurden neue Kopien des Masterbands angefertigt und als Demos verschickt und schließlich wurden Warsaw auch gebucht. Das ursprüngliche Demoband erschien nach dem Ende von Joy Division als Bootleg. Der Titel The Kill wurde in der Aufnahmesession zum Joy-Division-Debütalbum Unknown Pleasures (1979) erneut eingespielt, jedoch nicht mit auf das Album genommen und in dieser Version erst 1981 auf der Compilation Still veröffentlicht.

Nach dem ersten Konzert außerhalb von Manchester hatte Rob Gretton Steve Brotherdale als Schlagzeuger abgeworben und die Band platzierte erneut Anzeigen in Musikgeschäften, um ihn zu ersetzen. Auf eine der Anzeigen reagierte Stephen Morris und wurde nach einem Vorspiel, das Peter Hook und Bernard Sumner sofort begeisterte, engagiert. Bis zum Ende von Joy Division sollte die Band in dieser Konstellation fortbestehen. Das zweite Konzert mit Morris, am 14. September 1977 im Rock Garden in Middlesbrough, wurde vom Konzertveranstalter Bob Last aufgezeichnet und später als einziges Live-Bootleg von Warsaw zu einem begehrten Sammlerstück. Der nächste Auftritt fand im Rahmen des Abschiedsfestivals des Electric Circus statt und wurde von Virgin Records dokumentiert. Warsaw eröffneten den zweiten Tag des zweitägigen Festivals. Durch eine Panne des Aufnahmewagens wurde ausschließlich das Stück At A Later Day aufgenommen. Der Auftritt begann damit, dass Bernard Sumner mit den Worten „Ihr alle habt Rudolf Hess vergessen.“ (Sumner nach Hook) an Ian Curtis Mikrofon ging. Ein Teil der Festivalaufnahmen wurde als

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