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Label

SONY CLASSICAL

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Label Porträt

Sony Music Entertainment (kurz Sony Music oder SME) ist ein US-amerikanisches Unternehmen mit Sitz in New York City. Es wurde 1887 als Columbia Records gegründet und ist als Tochtergesellschaft der Sony Corporation of America im Besitz der japanischen Sony Corporation sowie Schwestergesellschaft von Sony Music Entertainment Japan. Sony Music Entertainment zählt neben der Universal Music Group und Warner Music Group zu den drei großen Major-Labels, es stehen Künstler wie Michael Jackson oder Peter Maffay unter Vertrag. Die Zentrale des Unternehmens befindet sich im Sony Building, Chief Executive Officer ist seit 2011 Doug Morris. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird es von Philip Ginthör geführt.

Von 2004 bis 2008 war der deutsche Medienkonzern Bertelsmann über seine Bertelsmann Music Group (BMG) zusammen mit der Sony Corporation of America an dem gemeinsamen Nachfolgeunternehmen Sony BMG Music Entertainment zur Hälfte beteiligt. Aufgrund sinkenden Umsatzes verkaufte Bertelsmann jedoch seine Anteile komplett an Sony, was für diese die Rückkehr zum alten Namen Sony Music Entertainment bedeutete, während BMG dadurch in Sony Music aufging bzw. die Marke von Bertelsmann mit ausgewählten Musikern in der neugegründeten BMG Rights Management fortgeführt wurde. Die ehemaligen Bertelsmann-Labels Ariola, Arista und RCA Records hingegen gingen durch den Verkauf auf Sony Music über.

1887 gründete man in Washington, D.C. die Columbia Phonograph Company als Franchise der North American Phonograph Company. Das Unternehmen begann mit der Herstellung und dem Vertrieb von Phonographen, für die es zuvor das entsprechende Patent von Thomas Alva Edison erworben hatte. Die Geschäftstätigkeit von Columbia war zunächst auf die US-Bundesstaaten Maryland und Delaware sowie den Hauptstadtdistrikt konzentriert, wovon sich auch die Bezeichnung Columbia ableitet. 1926 wurde mit Okeh Records ein Repertoire an Jazz- und Blues-Musikern übernommen, einschließlich Werken von Louis Armstrong und Clarence Williams. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Columbia Graphophone Company die Mehrheit am Unternehmen gekauft, sie war einst als Tochtergesellschaft für Grammophone in Großbritannien gegründet worden. Im Zuge der Übernahme weiterer Unternehmen entstand die Electric and Musical Industries Limited, wobei das Geschäft in den Vereinigten Staaten wiederum an die American Record Corporation veräußert wurde. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg trennten sich Columbia und EMI vollständig.

Der Eigentümer von Columbia war bis zur Übernahme durch die American Record Corporation ein Bankenkonsortium, das während der Great Depression Konkurs anmelden musste. Die American Record Corporation wurde 1938 selbst Ziel einer Übernahme durch Columbia Broadcasting System. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete CBS unter dem Namen Epic Records ein weiteres Label, das sich neben Columbia zunächst auf Klassik und Jazz spezialisieren sollte, aber auch in andere Genres vorstieß. 1961 wurde schließlich CBS Records ins Leben gerufen, das als Label für alle Geschäfte außerhalb der Vereinigten Staaten und Kanada fungierte. Gegen Ende des Jahrzehnts fasste man Columbia, Epic und CBS Records in der sogenannten CBS Records Group zusammen.

1968 vereinbarte Columbia beziehungsweise CBS Records ein Joint Venture mit der Sony Corporation of America, das vor allem die Vermarktung von Musik zusammen mit anderen Produkten des Herstellers zum Ziel hatte. Im Zuge der Zusammenarbeit wurde mit 52nd Street von Billy Joel auch das erste Album auf Compact Disc veröffentlicht. Im November 1987 kündigte Sony schließlich an, die CBS Records Group. nach monatelangen Verhandlungen für zwei Milliarden US-Dollar von der CBS Corporation zu übernehmen. Zu diesem Zeitpunkt war das Unternehmen das größte Musiklabel weltweit und hatte Künstler wie zum Beispiel Michael Jackson, Barbra Streisand, Bruce Springsteen oder Cyndi Lauper unter Vertrag. Beobachter werteten die Übernahme als beachtliche Veränderung in der nordamerikanischen Medienlandschaft. CBS Records führte seinen Namen zunächst weiter, erst 1991 wurde die Firma offiziell in Sony Music Entertainment geändert.

Bereits im Jahr 2000 wurde berichtet, die Musiksparte von Bertelsmann, die Bertelsmann Music Group (BMG), würde mit Sony Music Entertainment über einen Zusammenschluss verhandeln. Beide Unternehmen dementierten zunächst die Fusion, erst im November 2003 kündigte man das Joint Venture offiziell an. Das neue Unternehmen sollte die Bezeichnung Sony BMG Music Entertainment erhalten und sich jeweils zur Hälfte in Besitz von Bertelsmann und Sony befinden, der gemeinsame Umsatz betrug fünf Milliarden US-Dollar. Sony Music Entertainment war zuvor das zweitgrößte, BMG das fünftgrößte Musiklabel der Welt. Beobachter werteten den Zusammenschluss als notwendige Konsolidierung vor dem Hintergrund sinkender Erlöse, anhaltenden Wettbewerbs in der Branche und der zunehmenden elektronischen Verbreitung von Musik.

Sony Music Entertainment Japan war vom Joint Venture ausdrücklich ausgenommen, da man dort ein starkes Übergewicht zu BMG hatte. Vorstandsvorsitzender von Sony BMG wurde Andrew Lack, während Rolf Schmidt-Holtz die Position des Chairman übernahm. Im Sommer genehmigte die Europäische Kommission den Zusammenschluss von Sony Music Entertainment mit BMG zunächst, jedoch wurde diese Entscheidung später vom Europäischen Gerichtshof wieder aufgehoben. Die Unternehmen mussten die Fusion daraufhin erneut anmelden, nach Zustimmung der europäischen Kartellbehörden sowie der Federal Trade Commission wurde das Joint Venture im August 2004 abschließend vollzogen. Sony BMG beschäftigte damals insgesamt 9.000 Mitarbeiter und hatte einen Marktanteil von 25,2 Prozent bei CD-Verkäufen.

Mitte 2008 gab Bertelsmann bekannt, sich wieder von Sony BMG zu trennen, nachdem der Umsatz auch in Deutschland über mehrere Jahre eingebrochen war. Für einen Kaufpreis von 1,2 Milliarden US-Dollar wurde Sony damit alleiniger Gesellschafter des Unternehmens, das fortan wieder als Sony Music Entertainment firmierte. Mit Ariola, Arista und RCA Records befanden sich drei traditionsreiche Labels, die Bertelsmann 1958 gründete beziehungsweise 1979 und 1986 erworben hatte, vollständig in Besitz von Sony Music Entertainment. Bertelsmann sicherte sich lediglich die Rechte an Aufnahmen von 200 Künstlern vorwiegend europäischer Herkunft, die anschließend in der BMG Rights Management gebündelt wurden, die die Tradition der Marke BMG fortführte. Den Vertrieb wickelte man weiterhin über Sony Music Entertainment ab.

Sony Music Entertainment verfügte über die Verwertungsrechte der Werke namhafter Musiker, darunter AC/DC, Alicia Keys, Anastacia, Andrea Berg, Avril Lavigne, Backstreet Boys, Beyoncé Knowles, Bob Dylan, Boney M., Britney Spears, Bushido, Bruce Springsteen, Carlos Kleiber (auf Grund dessen erschienen die beiden Alben zu den Neujahrskonzerten der Wiener Philharmoniker aus den Jahren 1989 und 1992 bei Sony), Casper, Christina Aguilera, Clueso, Daft Punk, Depeche Mode, Die Ärzte, Eurythmics, Falco, Die Prinzen, Hansi Hinterseer, Heino, Jennifer Lopez, Joe Cocker, Johnny Cash, Jupiter Jones, Justin Timberlake, Kelly Clarkson, Kool Savas, Kygo, Laith Al-Deen, Louis Armstrong, Luciano Pavarotti, Modern Talking, Nena, Oasis, One Direction, Ozzy Osbourne, Pink, Roger Whittaker, Carlos Santana, Shakira, Silbermond, Tim Bendzko, Udo Jürgens, Usher, Van Morrison, Whitney Houston und Wolfgang Ambros. Besondere mediale Rezeption erfuhr die Zusammenarbeit von Sony Music Entertainment mit folgenden Musikern:

Sony liefert die Werke seiner Künstler sowohl auf Compact Disc, DVD und Blu-ray Disc als auch im Download aus. Einzelne Werke werden auch als SACD angeboten, die Hörspielserie Die drei ??? erscheint außerdem noch auf Kassette. Seit dem erneuten Aufkommen von Vinyl-Schallplatten werden viele Alben auch auf eben diesem Medium verkauft. Aufgrund sinkender CD-Verkäufe startete das Unternehmen 2001 gemeinsam mit Universal Music und Yahoo einen Online-Dienst namens Duet, der später in pressplay. umbenannt und 2003 schließlich an Roxio verkauft wurde. Sony Music Entertainment schloss Vereinbarungen mit diversen anderen Online-Diensten für den legalen Vertrieb seiner Musik, beispielsweise mit der Tauschbörse MP3.com. In Deutschland kooperierte man ab 2004 mit Telefónica Germany (O₂), Kunden des Mobilfunkanbieters konnten über das neu eingeführte UMTS-Netz auf Musik von Sony zugreifen. 2011 startete Sony Music Entertainment in Deutschland sein Angebot Music Unlimited. das Beobachter als Antwort auf Streaming-Dienste wie Spotify einordneten. Noch im selben Jahr erzielte Sony Music Entertainment aber keine nennenswerten Umsätze mit Downloads, erst 2013 betrachtete man die Krise als überwunden.

2004 geriet das Unternehmen in die Kritik, nachdem der Zusammenschluss zu Sony BMG von den Kartellbehörden in den Vereinigten Staaten und Europa ohne Auflagen zugelassen wurde. Der Londoner Impala-Verband, der die Interessen kleinerer Musiklabels vertritt, betrachtete das Joint Venture als Gefahr für den Wettbewerb in der Musikindustrie. Man reichte daraufhin Klage vor dem Europäischen Gerichtshof ein und gewann in erster Instanz. Die Europäische Kommission prüfte die Fusion erneut und bestätigte ihren Entschluss im Oktober 2007. Andere Beobachter kritisierten die Gründung von Sony BMG als „globales Musikanten-Massaker“, unter dem vor allem das kreative Personal beider Unternehmen leiden würde, während die Mehrheit der Künstler selbst die Fusion begrüßte.

2005 wurde bekannt, dass Sony BMG auf CDs den Kopierschutz Extended Copy Protection (XCP) einsetzte. Die Electronic Frontier Foundation und andere Experten kritisierten, diese Software wäre mit einem Rootkit vergleichbar, da sie sich gezielt auf betroffenen Computern verstecken würde. Außerdem sei XCP ein potenzielles Sicherheitsrisiko, da es Hintertüren im System öffne, die Angriffe erleichtern würden. Nach Medienberichten warnten die Sicherheitsspezialisten von F-Secure Sony DADC frühzeitig vor den Gefahren der Software, man ignorierte die Hinweise aber. Nach F-Secure stufte auch Microsoft XCP als bösartige Software ein und veröffentlichte ein Update, welches das Rootkit von Windows-PCs entfernt. Bürgerrechtler, betroffene Kunden und Behörden reichten Sammelklagen unter anderem in den US-Bundesstaaten Florida, Illinois, New York und Texas ein. Aufgrund anhaltender öffentlicher Kritik kündigte Sony BMG schließlich an, den Kopierschutz nicht mehr zu verwenden. Man entfernte alle infizierten CDs aus dem Einzelhandel und bot Käufern einen Ersatz an, sie wurden mit kostenlosen Downloads sowie Barzahlungen entschädigt. Im Rahmen eines außergerichtlichen Vergleichs bezahlte Sony BMG eine Strafe in Höhe von 4,25 Millionen US-Dollar an insgesamt 35 US-Bundesstaaten. Insgesamt waren 4,7 Millionen CDs mit XCP hergestellt und 2,1 Millionen Platten von 52 unterschiedlichen Künstlern wie zum Beispiel Céline Dion oder Frank Sinatra verkauft worden.

2011 gehörte Sony Music Entertainment zu den Unterstützern des Stop Online Piracy Act. Bürgerrechtler und andere Beobachter befürchteten, das Gesetz könne der Zensur im Internet Vorschub leisten, außerdem seien darin ineffiziente und schädliche Verfahren vorgesehen. Die Beteiligung von Sony Music Entertainment beziehungsweise des gesamten Sony-Konzerns war außerdem Anlass für eine öffentliche Drohung von Anonymous. Während Sony Electronics seine Unterstützung für SOPA aufgrund der öffentlichen Kritik im Januar 2012 aufgab, änderte Sony Music Entertainment seine Position zum Gesetzentwurf nicht.

Koordinaten: 40° 45′ 42″ N, 73° 58′ 24″ W

© Wikipedia

Timeline

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